Hackathon #4 in Dresden – Afeefa neu gedacht

Afeefa.de Hackathon Dresden

Vom 10. bis 12.11.2017 fand der vierte Hackathon der Vernetzungsplattform Afeefa.de im Bürgerbüro Grüne Ecke in Dresden statt. Die jungen Akteure arbeiteten das ganze Wochenende, wie es sich für Hacker gehört, die Nächte hindurch bis in die frühen Morgenstunden am Projekt. Es folgten aber auch viele Außenstehende der Einladung zum gemeinsamen Workshopen. Ein Hackathon hat das Ziel, neue Blickwinkel auf das Projekt zu eröffnen und das bisher Vorhandene neu zu bewerten. Das kann bedeuten, die Website zu verbessern, veraltete Strukturen zu modernisieren, interne Abläufe zu überdenken oder auch ganz neue Wege zu gehen.

Afeefa Grüne Ecke
Das Team von Afeefa arbeiten in der Grünen Ecke, Dresden am Projekt.

Nach eingehenden Diskussionen traf das Team die Entscheidung, ein einfaches Tool zur anonymen Erstellung von Veranstaltungen zu entwickeln. Die Programmierer begannen die Arbeit an einem Event-Pad, also einer kompakten Anwendung zur Organisation von Treffen wie Workshops, Seminaren oder Stammtischen. Etwas ganz Neues also.

Afeefa – Digitaler Zusammenhalt e.V. ist ein Verein, der sich das Ziel gesetzt hat, lokale Strukturen und Ressourcen abzubilden und zu verarbeiten. Durch die digitale Erfassung von Organisationen, Initiativen, Projekten sowie materiellen und immateriellen Gütern stärkt Afeefa gesellschaftlichem Engagement den Rücken und hilft bei der Integration neuer Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Treffen organisieren leicht gemacht

Beispielszenario für die Anwendung des Event-Pads

Es gab also eine Menge zu tun beim Hackathon-Wochenende. Auf der Agenda stand die Entwicklung eines Event-Pads mit intuitiv bedienbarer Benutzeroberfläche. Das Programm soll Veranstaltern die Möglichkeit geben, ein zentrales Tool zu verwenden, um Menschen in eine Veranstaltung zu involvieren. Das geht Hand in Hand mit Afeefas selbsterklärtem Ziel, die Interaktion zwischen Menschen zu fördern. Doch wie genau will die App das schaffen?

  • Man kann einfach Zugang zu allen wichtigen Infos finden. Zum Teilen des Events reicht die Weitergabe eines eindeutigen kryptischen Links.
  • Man kann gemeinsam einen Termin finden.
  • Man kann seine Teilnahme bestätigen oder absagen und auch sehen, wer von den anderen kommt oder nicht kommt.
  • Man kann innerhalb des Events diskutieren und kurzfristig Informationen teilen, die alle erreichen.
  • Man kann Dateien hochladen, zur Vorbereitung, aber auch zur Nachbereitung (z.B. Protokoll).
  • Man kann Bedarfslisten angeben und planen, wer was übernimmt.
  • Man kann sich das Event als Kalendereintrag speichern.
Afeefa.de Treffen Event Pad
Einfach und effizient: Das Frontend des Event Pads.

Zum Interagieren mit dem Event-Pad ist keine Registrierung oder Angabe einer E-Mail-Adresse nötig. Teilnehmer eines Events sollen jedoch einen Namen angeben, der dem Veranstalter und anderen Gästen angezeigt wird.

Ideen für die Zukunft: Für jeden Wunsch das richtige Event finden

Afeefa.de Hackathon Dresden
Beim vierten Hackathon entsteht ein Online-Tool zum Veranstalten von Treffen.

Auf dem bisher Vorhandenen aufbauend hat die Plattform Afeefa.de noch weit mehr Potenzial für die Zukunft. Weitere Ideen zur zukünftigen Entwicklung wurden beim Hackathon diskutiert. Dabei erfuhr besonders das Thema Events große Bedeutung. Mit dem entstehenden Event-Pad ist der erste Schritt in diese Richtung getan. Weiter will man sich der passgenauen Vermittlung von Veranstaltungen widmen, da diese der konkreteste und unmittelbarste Kontakt zu anderen Menschen und z.B. der erste Schritt zum eigenen Engagement sein können.

Die aktuelle Version der Online-Karte ist vor allem für Ehren- und Hauptamtliche zu einem gewissen „Profi-Tool“ gewachsen. Für Geflüchtete ist die Website mittlerweile zu komplex und auch die Optimierung für Mobilgeräte hat etwas gelitten. Die Kartenanwendung wird weiterhin optimiert, aber es sollen alternative Angebote entwickelt werden.

Und damit sind wir neben dem Event-Pad auch bei der Event-App angelangt. Nach initialem Brainstorming formte sich aus den Ideen der Akteure ein konkretes Konzept.

Die Event-App zeigt aktuelle lokale Events an. Nichts neues? Der Clou: Events mit Interaktionscharakter. Also keine eintönigen Konsumveranstaltungen, sondern Begegnungen, die aus der Gemeinschaft heraus auch etwas erschaffen. Man kann Events daher nach Interaktionsarten filtern und zur eigenen Stimmung  etwas passendes finden, wie „Basteln im Freien“ oder „politische Diskussion“.

Bei einem interessanten Event angekommen, bekommt der Nutzer nun die Möglichkeit, sich persönlich einzubringen, indem er konkrete Rollen übernimmt. Sucht eine Veranstaltung beispielsweise einen Referenten, kann sich der Interessierte über Afeefa für diese Rolle bewerben. So wird aus dem digitalen Zusammentreffen im Idealfall eine Kooperation in der Realität. Folgende Fallbeispiele mit fiktiven Personen zeigen weitere Einsatzgebiete für die zukünftige Event-App.

Jens (42), Vater

Persona: Jens (42)

Jens möchte eine Diskussionsrunde eröffnen. Dafür erstellt er auf Afeefa ein neues Event mit dem Titel “Freie Schulen in Dresden”. Nun zeigt die App ihm intelligent bereits bestehende Veranstaltungen unter Einbeziehung der bisher getätigten Eingaben. Darunter findet Jens eine Gesprächsrunde mit dem Titel “Muss das Schulsystem in Deutschland überdacht werden?” sowie eine Arbeitsgruppe “AG Bildung Löbtau”. Nachdem er sich mit der App über die Arbeit der beiden Gruppen informiert hat, entscheidet er, diese in sein Vorhaben einzubeziehen. Dafür wählt er die Arbeitskreise aus und fügt sie seinem Projekt hinzu. Zudem erstellt er eine Liste von benötigten Materialien, Personalien und Lokalitäten und veröffentlicht schließlich sein Event. Nun bekommt er die Möglichkeit, Personen aus den einbezogenen Arbeitsgruppen einzuladen. Diese erhalten dann eine E-Mail mit den Details der Veranstaltung. Auf diesem Weg schafft Jens es, die fehlenden Ressourcen (z.B. Referent, Beamer, Raum für 30 Personen) für die Realisierung seines Events zu finden – bei anderen Nutzern der Afeefa-Plattform. Zusätzliche Funktionen der App ermöglichen den beteiligten Personen, weitere Anpassungen vorzunehmen und potenzielle Interessenten einzuladen.

Torsten (28), Bürger

Persona: Torsten (28)

Torsten sucht nach einer sinnvollen interaktiven Freizeitbeschäftigung. Da er eine kleine Tochter hat, muss die Veranstaltung zudem familienfreundlich sein. Auf Afeefa findet er eine Seite, auf der interaktive Freizeitaktivitäten nach Kategorien gefiltert aufgeführt werden. Aus dem Angebot “Diskussion, Sport, Theater, Basteln und Gärtnerei” interessiert sich Torsten für das Gärtnern. Nachdem er die Kategorie ausgewählt hat, schlägt Afeefa ihm verschiedene Veranstaltungen zum Thema vor. Das “Frühlingsfest mit Kürbisschnitzen im Golgi Park” sagt Torsten zu, denn auch die Familienfreundlichkeit des Events ist auf der Informationsseite der App vermerkt. Also bestätigt Torsten sein Erscheinen, indem er den Button “Ich sage zu” betätigt. Afeefa schickt ihm nun den Termin mit Details zum Event ins E-Mail-Postfach. Später lädt Torsten Fotos vom Frühlingsfest auf der Eventseite hoch und bewertet seine Erfahrung mithilfe einer simplen Punkteskala.

Interessiert, bei Afeefa mitzuwirken?

Es gibt jetzt und auch in Zukunft noch eine Menge zu tun bei Afeefa. Wenn Sie diesen Artikel interessant fanden und sich beim Projekt Afeefa einbringen möchten, stehen Ihnen die Türen unseres Büros bei Impact Hub, Bayrische Straße 8 in Dresden offen. Oder hinterlassen Sie einen Kommentar, schreiben Sie eine E-Mail und diskutieren Sie Ihre Ideen mit uns. Wir freuen uns über Ihre tatkräftige Unterstützung!

Ein Gedanke zu „Hackathon #4 in Dresden – Afeefa neu gedacht“

  1. Schöne Idee, Veranstaltungen nicht nur aus der Einbahnstraße von Vereinen oder Unternehmen zu schaffen. Direktes Engagement mit Selbstverantwortung könnte leichter fallen.

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